Wenn ich den Rasen mähe, werfe ich den Rasenabschnitt nicht in den Kompost und schon gar nicht, wie häufig noch üblich, in den Restmüll. Das hat mehrere Gründe:
- Der Restmüll wäre schneller voll und müsste häufiger abgeholt werden
- Der abgemähte Rasen dient der Unkrautvermeidung
- Unter Hecken und in Blumenfelder wird mehr Wasser aufgenommen und gespeichert
- Unter Blumen und Hecken verteilt, schützt es vor Sonne und somit vor schnellerer Wasserverdunstung
- Während der Verrottung werden Nährstoffe an den Boden abgegeben
- und am Ende entsteht neue Erde
Das nenne ich Nachhaltigkeit und Sparsamkeit, schlicht Naturschutz. Die Erde beschenkt mich und ich gebe ihr etwas zurück. Aber dazu jetzt mehr...
Rasenschnitt ist kein Abfall – So nutze ich ihn sinnvoll im Garten
Jedes Mal nach dem Rasenmähen stellt sich dieselbe Frage: Wohin mit dem Rasenschnitt? Viele entsorgen ihn über die Biotonne oder fahren ihn zum Wertstoffhof, was durch Autofahrten nicht sehr nachhaltig ist, es sei denn, es liegt auf dem Weg. Dabei steckt in jedem einzelnen Grashalm wertvolles Pflanzenmaterial, das sich auf vielfältige Weise wiederverwenden lässt. Ich sehe Rasenschnitt nicht als Abfall, sondern als Geschenk der Natur. Er enthält wertvolle Nährstoffe und kann den Boden verbessern, Wasser speichern und das Bodenleben fördern. Mit ein paar einfachen Ideen lässt sich daraus ein echter Helfer im naturnahen Garten machen.
Warum Rasenschnitt so wertvoll ist
Frischer Rasenschnitt besteht überwiegend aus Wasser. Das kannst du sehen, wenn du mal einen Grashalm zerreibst. Gleichzeitig enthält er Stickstoff, Kalium und viele weitere Mineralstoffe, die Pflanzen für ihr Wachstum benötigen. Würde ich den Rasenschnitt entsorgen, gingen diese Nährstoffe verloren. Nutze ich ihn dagegen im Garten, bleiben sie im natürlichen Kreislauf erhalten. Und das liebe ich. Ganz nebenbei spare ich Zeit, Geld und schone die Umwelt.
Der Klassiker: Mulchen
Eine der einfachsten Möglichkeiten ist das Mulchen. Entweder durch einen handelsüblichen Rasenmäheraufsatz, der das geschnittene Gras gleich beim Mähen verteilt oder einfach sammeln und dort aufbringen, wo es gebraucht wird. Dazu verteile ich eine dünne Schicht angetrockneten Rasenschnitt ganz einfach zwischen Gemüse, Stauden oder Beerensträuchern usw.
Das bringt, wie eingangs erwähnt, viele Vorteile:
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Der Boden trocknet deutlich langsamer aus.
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Unkraut wächst wesentlich weniger.
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Regenwürmer und Mikroorganismen werden gefördert.
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Der Boden bleibt locker und lebendig.
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Die Pflanzen erhalten nach und nach natürliche Nährstoffe.
Wichtig ist, den Rasenschnitt vorher einige Stunden antrocknen zu lassen und ihn nur dünn aufzutragen. Eine zu dicke Schicht kann faulen und unangenehm riechen. Bei besonders trockenem Wetter habe ich es auch schon kurz nach dem Mähen aufgebracht. Meistens warte ich etwas und beschäftige mich anderweitig im Garten.
Rasenschnitt auf den Kompost
Auch auf dem Kompost ist Rasenschnitt sehr willkommen. Allerdings sollte er niemals in großen, dicken Schichten aufgebracht werden. Dann verklebt er schnell und beginnt zu faulen. Das kann man allenfalls unter Bäumen oder dicken Hecken machen.
Für den Kompost solltest du ihn mit trockenen Materialien mischen, wie:
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Laub
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kleinen Zweigen
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Stroh
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Holzhäckseln
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zerkleinerten Pflanzenresten
So entsteht genügend Luft im Kompost und daraus entwickelt sich mit der Zeit nährstoffreicher Humus.
Dünger für Hochbeete
Im Hochbeet eignet sich Rasenschnitt hervorragend als Zwischenschicht. Beim Verrotten entsteht Wärme und gleichzeitig werden nach und nach Nährstoffe freigesetzt.
Vor allem Starkzehrer wie:
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Tomaten
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Kürbis
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Zucchini
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Gurken
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Kohl
profitieren davon.
Was Du vermeiden solltest
Nicht jeder Rasenschnitt eignet sich gleichermaßen.
Darauf solltest Du achten:
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Nur dünne Schichten verwenden.
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Den Rasenschnitt möglichst leicht antrocknen lassen.
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Keine großen Haufen liegen lassen.
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Kein Rasenschnitt verwenden, wenn der Rasen kurz zuvor mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde.
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Samenreife Unkräuter möglichst aussortieren.
Mein Fazit
Für mich gehört Rasenschnitt zu den wertvollsten Materialien im Garten. Was viele als lästigen Abfall ansehen, ist in Wirklichkeit ein natürlicher Rohstoff voller Leben. Ob als Mulch, Kompost, Dünger oder Bodenverbesserer... nahezu jeder Grashalm kann sinnvoll weiterverwendet werden. Die Natur zeigt uns, dass nichts verschwendet werden muss. Alles darf Teil eines Kreislaufs sein. Genau das macht einen naturnahen Garten aus. Aus vermeintlichem Abfall entsteht neues Leben, nachhaltig, kostenlos und im Einklang mit der Natur. So liebe ich es...
Flüssigdünger herstellen
Aus Rasenschnitt lässt sich auch ein kostenloser Flüssigdünger herstellen. Dafür fülle ich einen Eimer etwa einen Drittel bis zur Hälfte mit Rasenschnitt und gieße Wasser darauf. Nach ungefähr einer Woche beginnt die Mischung zu gären. Anschließend verdünne ich die Jauche etwa im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Dieser Sud, die Jauche, eignet sich hervorragend für viele Gartenpflanzen und liefert schnell verfügbare Nährstoffe. Noch mit schwarzem Tee vermischt und stärker verdünnt, eignet sich der Sud auch als Parasitenabwehr z.B. auf Beerenästen.
Schutz für Erdbeeren
Zwischen Erdbeerpflanzen lege ich gerne eine dünne Schicht angetrockneten Rasenschnitt aus, statt Stroh.
Dadurch bleiben:
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die Früchte sauber,
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der Boden feucht,
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Schnecken fühlen sich etwas weniger wohl,
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Unkraut wird unterdrückt.
Futter für Bodenlebewesen
Regenwürmer, Asseln und zahlreiche Mikroorganismen freuen sich über organisches Material. Während der Rasenschnitt langsam verrottet, entstehen wertvoller Humus und ein gesunder Gartenboden. Ein lebendiger Boden ist die Grundlage für kräftige Pflanzen.
Wege mulchen
Auch Gartenwege zwischen Gemüsebeeten können mit Rasenschnitt bedeckt werden. Das reduziert Staub, hält Feuchtigkeit im Boden und sorgt dafür, dass weniger Unkraut wächst. Ich habe den Rasenabschnitt anfangs auch im Gewächshaus verteilt.
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